Die Geschichte des TPV Naters

In den Jahren 1933 bis 1937 gab es in Naters schon einmal einen Tambouren- und Pfeiferverein, der zweimal jährlich, an Fronleichnam und St.Merez, auftrat. Diesem Verein wurde das Leben schwer gemacht, so dass er sich auflöste.

Am 5. Mai 1979 wurde im Restaurant Walliser Kanne der Tambouren- und Pfeiferverein Naters neu gegründet. Die Versammlung stand unter dem Vorsitz des Hauptinitianten Max Salzmann. An der Gründungsversammlung schrieben sich 84 Personen als Mitglieder ein. Vereinszweck waren: die Erhaltung und Förderung des Trommel- und Pfeifenspiels sowie die Pflege der Kameradschaft und der Geselligkeit. An der Delegiertenversammlung vom 15. März 1981 in Visperterminen wurden die Natischer als 23. Sektion in den Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverband (OWTPV) aufgenommen. Am 31. Mai des gleichen Jahres nahm der Verein erstmals am Oberwalliser Fest in Visperterminen teil. 

Mit einem dreitägigen Fest, das seinen Höhepunkt in der Einweihung der Walliser Söldneruniform und der Vereinsfahne sowie der Tracht der Gemischten Jodlergruppe Bärgarve während des sonntäglichen Gottesdienstes fand, wurde das vielfältige Kultur- und Vereinsleben in Naters ausgebaut. Die Festivitäten vom 14. bis 16. Mai 1982 unter dem treffenden Motto "Tradition in neuem Gewand" endeten am Sonntag mit dem grossen Festumzug und den anschliessenden Konzerten der zwanzig teilnehmenden Vereine. Rosemarie Brutsche-Michlig und Peter Eyer (alt Gardist) standen Paten der ersten Vereinsfahne. 

Die Uniformen der Tambouren und Pfeifer von Naters lehnen sich an die Söldnertrachten an, wie diese um 1500 bis 1520, zurzeit von Kardinal Schiner, an den Mailänder Feldzügen getragen wurden. Ein buschiger Federhut, dunkelblaues Wams mit feuerroten Einsätzen, hellblaue Hose, gestreifte Strümpfe und ein weisses Hemd sind die Kleidung des Vereins. Gemeinde und Bevölkerung halfen bei der Finanzierung der Uniformen kräftig mit. 

Dank hervorragender Instruktoren erreichten die Ahnenmusikanten schon bald ein beachtliches Niveau. Die Gebrüder Karl und Fidelis Wyssen aus Mund waren fürs "Natwärrisch"-Pfeifen zuständig, die Gebrüder Marcel und Reinhard Heynen aus Glis sowie Marcel Escher aus Brig unterrichteten die Tambouren. 1991 beschloss der Verein die Anschaffung einheitlicher Vereinspfeifen. 

Für den Bau eines Übungslokals stellte die Gemeinde Naters dem Verein in Weingarten Boden zur Verfügung. In 1410 Stunden Fronarbeit schufen Vereinsmitglieder aus Bauelementen eines ehemaligen Briger Kindergartens den Vereinspavillon, der am 12. Juni 1983 eingeweiht wurde. 

Der Verein verfügte immer über gute Ausbildner. Der Mitgliederbestand betrug 1998 41 Pfeifer und Tambouren sowie 23 Jungpfeifer und -tambouren. Vereinsmitglied Thomas Steiner wurde 1998 zum Instruktionsoffizier für die Ausbildung der Militärtambouren ernannt. Er war auch technischer Chef des OWTPV. Vereinsmitglied Dominik Zeiter wurde als "höchster Pfeifer" zum Leiter der Bläserkommission des Schweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband (STPV) berufen. 

Der TPV Naters nahm seit der Gründung an allen Eidgenössischen und Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferfesten sowie an den Bezirkstreffen teil. Vom 29. Juni bis zum 1. Juli 1990 war Naters Schauplatz des 20. Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfestes. Zu diesem Grossanlass trafen sich über 3200 Aktive aus der ganzen Schweiz. Die vielen Trommel-, Natwärrisch-, Piccolo- und Claironvorführungen bildeten zusammen mit dem vom Schweizer Fernsehen Übertragenen Festumzug die Höhepunkte dieses Festes. 16 Ressorts und über 600 freiwillige Helfer/innen sorgten unter der Leitung des OK-Präsidenten Richard Walker für einen reibungslosen Ablauf des Anlasses. 

Der Verein und einzelne Mitglieder nahmen an verschiedenen Wettspielen teil und erreichten wiederholt gute Resultate. So brachten die Natischer 1984 vom Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferfest in Staldenried nicht weniger als zehn Kranzauszeichnungen mit nach Hause. Bei Wettkämpfen am OWTPV-Festen erzielten wiederholt Vereinsmitglieder Podestplätze. 

Am 65. Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferfest von 2006 in Hohtenn schrieb die Pfeifergruppe "d'Challini" Vereinsgeschichte. Sie wurden in der Kategorie GN Wallisermeister. Erstmals gelang es einer Pfeifergruppe des Vereins, den Wallisermeistertitel zu holen. Im Repertoire des Vereins finden sich Märsche von Fidelis Wyssen, Max Juon, Othmar Heynen sowie von Thomas und Martin Steiner. 

Die Vereinsfahne war ins Alter gekommen und musste ersetzt werden. Am 27. September 2009 fanden die Einweihung der neuen Fahne und gleichzeitig das 30-Jahr Jubiläum des Vereins statt. Die neue Vereinsfahne wurde vom Kunstschaffenden Karl Walden gestaltet. Als Fahnenpaten konnten Antonia Steiner und Ehrenpräsident Max Salzmann gewonnen werden. 

Die über 30 Jahre alte Uniform ist inzwischen in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Die Neuuniformierung vom 8. September 2012 wird ein weiterer grosser Meilenstein der Vereinsgeschichte bilden.